Die Westruper Heide

Westruper Heide

Heidegebiete sind selten geworden im dicht besiedelten Deutschland. Die Flächen sind zu kostbar, als das man sie sich selbst überlassen könnte. Trotz allem sind sie beliebt und in deutschen Volksliedern und Schlagern fest verankert. Die bekannteste unter ihnen ist unbestritten die Lüneburger Heide in Niedersachsen. Die Westruper Heide, am Rande des Ruhrgebiets ist ein Naturschutzgebiet
in Haltern am See.

Die Größenangabe schwankt je nach Quellenangabe zwischen 63 und 87 Hektar. Damit hat sie die Größe eines mittelgroßen Bauernhofes, ist also ein eher kleines überschaubares Gebiet am Rande der Haard. Unter Naturschutz gestellt wurde diese Strauch- und Dünenlandschaft bereits 1937. Seit dieser Zeit hat sie sich zu einem beliebten Naherholungsgebiet für Wanderer und Spaziergänger entwickelt. Elke Kandaouroff, Mitinhaberin des Hotel Seehof zeigte uns die schönsten Seiten dieser wundervollen Landschaft. Die Westruper Heide, am nördlichen Rand des Ruhrgebiets, ist die größte Zwergstrauchheide Westfalens und bietet zahlreichen Pflanzen- und Tierarten Lebensraum. Dass es sich bei der Westruper Heide um ein relativ kleines Gebiet handelt, hat durchaus auch seine Vorteile. Die gesamte Heide kann innerhalb einiger Stunden „erlaufen“ werden, braucht sich aber dank ihrer Schönheit nicht hinter anderen Heidelandschaften zu verstecken. Das Gebiet liegt zwischen der L652 (Flaesheimer Damm) im Osten und der B58 (Hullerner Straße) im Norden. Direkt am Hullerner Damm, aus Richtung Flaesheim kommend, liegen auf der rechten Seite der Straße großzügig angelegte Parkplätze. Gleich in der Nähe befindet sich das Bauernhof-Café Sebbel. Fährt man einige hundert Meter weiter kommt man zur Kreuzung Flaesheimer Damm/Hullerner Straße. Wenn Sie hier links abbiegen, finden Sie auf der linken Seite weitere ausgewiesene Parkplätze. Wiederum einige Meter weiter liegt auf der rechten Seite das Ausflugslokal „Jupp unner de Böcken“, was so viel heißt wie „unter den Buchen“. Direkt daran schließt sich die Anlegestelle „Hotel Seehof“ am Halterner See an. Das Hotel, mit mehreren Restaurants und großer Seeterrasse, befindet sich auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Von der Terrasse genießt man einen tollen Seeblick und wenn man Glück hat, einen wunderschönen Sonnenuntergang. Die kurze Lage- und Ortsbeschreibung zeigt Wanderern und Radfahrern, dass es im nahen Umkreis ausreichend Gelegenheit zur Einkehr und sogar zur Übernachtung gibt. Das Hotel Seehof stellt für seine Gäste auch Leihfahrräder zur Verfügung, um die etwas weitere Umgebung zu erkunden. Lohnende Ziele sind unter anderem der Flughafen Borken Berge, Schloss Sythen, Schiff shebewerk Henrichenburg, Schloss Lembeck oder der
Wildpark Granat.

Einzigartige Fauna und Flora
Schmale Wege schlängeln sich in der Westruper Heide durch Wacholderbüsche, ausgedehnte Flächen mit Zwergstrauchheiden und Sandtrockengras. Einzelne Wachholderbüsche erreichen hier bizarre Formen und eine Höhe von bis zu acht Metern. Sehr wohl fühlen sich hier auch wärmeliebende Insekten, Käfer, die Heidelerche, die Goldammer, die Schlingnatter und die Zauneidechse. Besonders sehenswert ist die Heide zur Zeit der Heideblüte zwischen Juli und August sowie im Winter, wenn Raureif des Morgens die Heide überzieht. Die eindrucksvolle Heidelandschaft ist bereits 1937 unter Naturschutz gestellt worden. Attraktive Infopunkte informieren überall über die Besonderheiten der Heide. Seit 1993 übernehmen ungefähr 250 Heidschnucken und von Zeit zu Zeit auch noch 10 Ziegen für fünf Monate im Jahr die Beweidung. Der seit acht Jahren selbstständig tätige Schäfer Jens
Holtkamp zieht mit seinen Tieren und zwei Hütehunden durchs Land, wobei die Heide zu seinen Weideplätzen zählt. Zusätzlich werden im Januar und Februar die Altflächen durch gezieltes Abbrennen bearbeitet. Die entstehende Asche wirkt als Dünger und verjüngt die Heide. Durch die Westruper Heide gibt es auch öff entliche Führungen. Treffpunkt ist von Juli bis Ende August das Heidehäuschen am Flaesheimer Damm, jeweils um 15.00 Uhr. Die Kosten für die Führung betrugen 2012 drei Euro pro Person.